Fakten zur Cloud

Nachfolgend ein paar Fakten zum Thema. Es mag sein, dass andere Fachleute das Thema anders beurteilen, BraDaTec sieht es so.

Was ist Cloud-Computing?

Im heutigen Sinne ist Cloudcomputing oder das "Rechnen in der Wolke" ein Begriff für Rechenleistung, die hochverfügbar, dynamisch und ortsungebunden zur Verfügung steht.

Hochverfügbar: Durch die große Anzahl an Servern, ob nun als Hardware oder virtuell, ist ein Ausfall einer Anwendung, die speziell für Clouds geschrieben wurde, nahezu ausgeschlossen. Die gesamte Infrastruktur der Cloud/Wolke ist mehrfach doppelt ausgelegt, so dass es bei Eintreten eines Problemfalles in der Regel zu keinen Leistungseinbußen kommt.

Dynamisch: Die Applikation muss mit der Dynamisierung umgehen können. Je besser sie das kann, desto größer ist der Nutzen. Die Idee hinter dieser Dynamisierung ist die, dass genau die Rechenleistung, die benötigt wird, zur Verfügung steht. Wird mehr benötigt, gibt es dynamisch mehr, wird weniger gebraucht, werden Ressourcen freigegeben. Das macht auf den ersten Blick keinen Sinn, wenn aber auf einem Hardware-Server mehrere virtuelle Systeme installiert sind und frei werdende Ressourcen beliebig verteilt werden können, sind die Kosten reduziert.

Ortsungebunden: Virtuelle Systeme können mit einer minimalen Ausfallzeit auf andere Hardware übertragen werden. Somit ist sichergestellt, dass Wartung und Austausch der darunter liegenden Hardware keine Geschäftsprozesse beeinträchtigen.

Ist Cloud Computing sicher?

Naja, es kommt darauf an. Wenn die eingesetzte Virtualisierungslösung entsprechend zertifiziert ist, kann man sich ziemlich sicher sein, dass nicht von einer virtuellen Installation auf eine andere zugegriffen werden kann.
Was aber oft nicht gesehen wird ist, dass Ressourcen oft im gleichen Netz stehen, damit die Wolke funktioniert. Netzwerk, Storage und Backuplösungen werden eben auch mehrfach genutzt. So ist es z.B. nicht unüblich, gleichartige Filesysteme für gleichartige Aufgaben zu verwenden. So kann z.B. eine logische Platteneinheit an mehreren virtuellen Servern zur Verfügung stehen und Plattenkapazität zur Verfügung stellen. Wenn aber ein virtueller Server den gesamten Platz verbraucht, steht eben auch für die anderen Server nichts mehr zur Verfügung. Wird eine Obergrenze festgelegt, sind die Vorteile der Dynamisierung weg. Die Probleme eines einzelnen virtuellen Knotens können quasi in der gesamten Wolke streuen. Wenn ein Knoten hohe Netzwerkauslastung erzeugt, sind alle Knoten in dem Netz betroffen. Wenn ein Knoten durch Recovery wieder hergestellt wird, steht die Backuplösung nicht performant für andere zur Verfügung.

Ist Cloud Computing wirklich günstiger?

Auch das ist so eine Sache. Für "kleine" Applikationen wahrscheinlich. Das kennen wir seit Jahren aus dem Bereich des Webhosting. Dort werden auf einem Server mehrere Webseiten gehostet/beheimatet, wenn die Webseiten alleine weniger Last erzeugen, als der Server zur Verfügung stellt.

Bei großen Applikationen oder geschäftskritischen Anwendungen muss kritisch hinterfragt werden.

Erzeugt eine Anwendung wie z.B. ein großes SAP-System mehr Last, als ein Server liefern kann, wird in der Regel bereits auf Anwendungsseite skaliert. Das heißt, die Anwendung läuft zur Lastverteilung auf mehreren Servern. Und wenn auf einem Server keine Ressourcen mehr frei sind, können auch keine Ressourcen an die Wolke abgegeben werden, die dann von anderen genutzt werden könnten. Ebenso muss die Hardware für die maximal auftretende Last zur Verfügung stehen, dass heißt sie muss gekauft werden. Und dann stellt sich die Frage, weshalb die vorhandenen Server, die sowieso komplett gekauft und an den Kunden verrechnet werden müssen, nicht auch explizit für diesen Kunden zur Verfügung stehen sollen.

Das gern gegebene Beispiel:

Gerne wird als Beispiel genannt, dass z.B. ein SAP-System aus Malaysia und ein SAP-System aus Frankreich auf der selben Hardware gut nebeneinander her laufen können. Idealerweise lasten beide SAP-Systeme zu der jeweiligen Tageszeit das System wunderbar aus, in der jeweiligen Nachtzeit lastet das andere System den Server aus. Was dabei oft vergessen wird: Man braucht die lastarme Zeit für Wartungen, Reparaturen und Sicherungen. Und wenn eine Sicherung für Frankreich zurückgespielt werden muss und deshalb Malaysia nicht arbeiten kann weil der Server zu stark belastet ist, gefährdet das die Geschäftsprozesse.

Nutzen

Man kann es Cloud nennen oder einfach Mehrfachausnutzung. Wenn es Systeme in Ihrem Unternehmen gibt, die den Server nicht auslasten, helfen wir Ihnen gerne bei der Identifizierung und geben Tipps, wie mehrere kleine Anwendungen auf einem Server friedlich nebeneinander laufen können.

Wenn Sie beabsichtigen, Ihre großen, geschäftskritischen Anwendungen einem externen Cloudanbieter anzuvertrauen, dann sollte sich die externe Lösung nur auf die Entwicklungs- und Testumgebungen beziehen. Dabei können wir Ihnen helfen.

Wenn Sie mit Produktivsystemen mit sensiblen Daten zu einem externen Cloud-Anbieter wechseln möchten, können wir Ihnen nicht bedenkenlos helfen. Wir beraten Sie gerne.

Fazit

Wir raten niemandem ab, in die Cloud zu wechseln, aber wenn es keine private Cloud im eigenen Unternehmen/am eigenen Standort ist, gibt man immer seine Geschäftsdaten aus der Hand - unabhängig davon, ob die Cloud nun für was-auch-immer zertifiziert ist, oder nicht.